Medical Fitness – mehr Lebens-qualität – weniger Kosten
Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit.
14. – 17. April 2011 in Essen

„Fitness macht gesund“ – oder anders formuliert: Nicht „Sport ist Mord“, sondern „Kein Sport ist Mord“. Dass diese Redensart eben umgekehrt der Wahrheit entspricht, ist längst bekannt und nur ein Grund dafür, dass Bewegung und Sport mit dem Ziel der Gesundheitsförderung selbst in der modernen, hochtechnisierten Medizin eine zunehmende Rolle spielen. Gesundheitsorientierte Fitness – auch „Medical Fitness“ genannt – ist aber zugleich ein Thema, das längst in der Politik und im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund steigender Gesundheitskosten und der demografischen Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen hat. Denn Fitnessprogramme sind nachweislich effektive Kostendämpfungsprogramme. Sportwissenschaftler Professor Dr. Theodor Stemper zur Internationalen Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit FIBO 2010 im Auftrag des DIFG vorstellte. Er bezifferte den volkswirtschaftlichen Nutzen von gerätegestütztem Kraft- und Cardiotraining: Bis zu 16 Milliarden EUR könnten die Krankenkassen jährlich sparen. Relevant ist „Medical Fitness“ in allen Bereichen der medizinischen Versorgung, angefangen bei der Primär- und Sekundärprävention sowie Therapie bis hin zur Rehabilitation. Längst gehört gesundheitsorientierte Fitness in der medizinischen Versorgung zum Repertoire der Ärzte und Therapeuten, etwa bei:

• Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Schlaganfall und peripherer arterielle Verschlusskrankheit
• Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
• Übergewicht und Fettsucht (Adipositas)
• Muskel-Skelett-Erkrankungen, etwa Arthrose, Rückenschmerzen, Osteoporose und Fibromyalgie
• Psychischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen und auch Burnout-Syndrom
• Krebs
• Behinderungen, etwa Querschnittlähmungen
• Mentalen Störungen bis hin zur Demenz
• Erkrankungen der Atemwege

Die große Rolle der „Medical Fitness“ beruht zum einen auf der gesicherten Erkenntnis, dass körperliche Inaktivität die Entstehung und das Voranschreiten vieler der genannten Erkrankungen fördert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO 2002) zählt körperliche Inaktivität zu den zehn führenden Todesursachen in den entwickelten Ländern und ist für weltweit fast zwei Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Darüber hinaus ist körperliche Inaktivität eine Ursache für einen erheblichen Verlust an Lebensqualität vor allem chronisch Kranker – und eine Hauptursache für die zunehmende Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher. Damit verbunden sind enorme Kosten für die Volkswirtschaft. Nach Schätzungen liegen die jährlich anfallenden Kosten im Zusammenhang mit körperlicher Inaktivität und ihren Folgen im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr.

Die große Bedeutung der „Medical Fitness“ beruht zum anderen auf der Tatsache, dass selbst ein geringes Maß an Bewegung und Sport vielen Erkrankungen und ihren Folgen entgegenwirken kann. Laut WHO schützt regelmäßige körperliche Aktivität unter anderem vor Herzkrankheiten, Schlaganfall, Übergewicht und Adipositas, Typ-2-Diabetes, Dickdarmkrebs, Brustkrebs, altersbedingten Stürzen und Depressionen.

Regelmäßiges Bewegungstraining schützt Patienten mit Herzgefäßerkrankung sogar ebenso gut vor einem Herzinfarkt wie ein Stent, also eine kleine Gefäßprothese. Körperliche Aktivität verbessert außerdem die Symptome bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sowie das psychische Wohlbefinden. Nach heutigem Kenntnisstand wirkt sie sogar leichten Einschränkungen der Hirnleistungsfähigkeit („mild cognitive impairment“) entgegen, die als Vorstufe einer Demenz gelten. Belegt ist auch, dass Sport normale Alterungsprozesse bremsen kann, indem sie die Chromosomen, die Träger der Gene und Erbinformationen, vor altersbedingten Schäden bewahrt. Aus einer ganz aktuellen Untersuchung von Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln geht zudem hervor, dass Leistungseinbußen im mittleren Lebensalter weniger auf biologische Alterung, sondern vielmehr auf ungünstige Alltagsgewohnheiten und fehlende Bewegung zurückzuführen sind. Und ein besonders gewichtiges Argument dafür, sich mehrmals wöchentlich ins Schwitzen zu bringen, lautet: Regelmäßige körperliche Aktivität von nur drei Stunden pro Woche senkt das Sterberisiko um fast 30 %.

Trotz der unstreitigen Bedeutung der gesundheitsorientierten Fitness „bevorzugen“ – aus unterschiedlichen Gründen – die meisten Menschen in hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland eine überwiegend körperlich inaktive Lebensweise. Nach Angaben der WHO (2002) erreicht nur etwa ein Drittel der erwachsenen Europäer das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität von fünfmal 30 Minuten pro Woche.

Eine der wichtigen Fragen in diesem Zusammenhang ist natürlich die, wie viel körperliche Aktivität erforderlich ist, um die Gesundheit zu fördern. Empfohlen werden heute meist fünfmal 30 Minuten körperliche Aktivität pro Woche mit moderater Intensität. Generell gilt dabei allerdings der Grundsatz: Etwas ist gut, mehr ist jedoch besser. Es geht dabei aber nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um körperliche Aktivität mit dem Ziel Gesundheit. Dies bedeutet, dass es Menschen aller Altersgruppen möglich ist, „medical fit“ zu werden, selbst über 70-Jährigen. Auch wer nur einmal oder zweimal pro Woche je 30 Minuten trainiert, profitiert davon.

Die zweite wichtige Frage ist die, welche Art von körperlicher Aktivität aus medizinischer Sicht die beste ist? Hier hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Wandel gegeben: Wurden früher fast ausschließlich Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen und Radfahren empfohlen, weiß man heute, dass auch regelmäßiges Muskeltraining erforderlich ist, vor allem für ältere Menschen. Der Grund ist offensichtlich: Mit zunehmendem Alter schwindet die Muskelkraft. Ab dem 30. Lebensjahr verliert ein nicht-trainierender Mensch pro Jahr rund 1 % an Skelettmuskelmasse, ab dem 60. Lebensjahr schon 1,5 %. Bei einem ausgeprägten Verlust an Muskelmasse, einer Sarkopenie, kann jedoch selbst ein wenig Treppensteigen schon eine Qual oder sogar unmöglich sein – auch dann, wenn das Herz-Kreislauf-System dank regelmäßigen Ausdauertrainings hervorragend in Schuss ist.

Gesundheitsorientiertes und gerätegestütztes Muskel- oder Krafttraining ist aber nicht Bodybuilding. Was erreicht werden soll ist nicht das Erscheinungsbild eines leistungsorientierten Kraftsportlers. Ziel ist, durch Kräftigung von Muskulatur, Bändern und Sehnen zum einen die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparats zu erhalten. Zum anderen soll der Stoffwechsel verbessert werden, wodurch Erkrankungen wie etwa Diabetes und Adipositas und ihren Komplikationen vorgebeugt wird. Aufgrund der vielfältigen positiven gesundheitlichen Wirkungen wird heute daher regelmäßiges Muskeltraining ebenso wie Ausdauertraining in der Prävention, Therapie und in der Rehabilitation bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen angewendet und in den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften empfohlen.

FIBO spiegelt Branchen-Trend Medical Fitness

Auch in Fitness-Studios haben die Erkenntnisse zur medizinischen Bedeutung des Krafttrainings zu einem deutlichen Wandel geführt, das spiegelt sich auch wider auf der Internationalen Leitmesse der Branche, der FIBO, die vom 14. bis 17. April auf dem Messegelände Essen stattfindet. Das bereits 2008 ins Leben gerufene Konzept der FIBOmed wird 2011 weiter ausgebaut. Damit präsentiert sich die Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit als Schnittstelle zwischen Fitnessbranche und Vertretern der Gesundheitsbranche wie Ärzten, Physiotherapeuten und Rehakliniken. Die für den Gesundheitsmarkt relevanten Produkte und Dienstleistungen der FIBO-Aussteller werden durch das Konzept der FIBOmed kommuniziert. Dazu gehört auch der neue Aufbau der eigenen Internetseite www.fibo-med.de, auf der man sich zielgerichtet über Aussteller und Produkte aus diesem Bereich informieren kann.

Gesundheitsorientiertes Muskeltraining gehört heute ebenso wie Fitnesstraining zum Standardangebot vieler Studios. Sie haben dadurch aber nicht nur einen erheblichen medizinischen, sondern auch volkswirtschaftlichen Nutzen: Rund 0,8 bis 1,6 Milliarden EUR pro Jahr beträgt der kalkulierte volkswirtschaftliche Nutzen des Fitnesstrainings, etwa 400 bis 800 Millionen EUR der des Krafttrainings. Fitness-Studios tragen folglich in erheblichem Maße zu Einsparungen im Gesundheitswesen bei.

www.fibo.deSchlussfolgerung