Zum Thema „Gesunde Ernährung“ gibt es unzählige Meinungen, die sich zusätzlich ständig ändern. In den achtziger Jahren sollte Fett krank und dick machen. So galt damals die Empfehlung, möglichst wenig Fett zu essen und diese Empfehlung steckt leider noch in vielen Köpfen. Fettarme Kohlenhydrate wie Nudeln, Gummibären und Salzstangen waren „ad libitum“ – auf Deutsch: „ohne Ende“ erlaubt. Besonders in den USA reagierte die Industrie auf diesen Trend mit der Produktion von „Low Fat“-Produkten. Doch leider sind die Menschen trotz der Senkung des Fettverzehrs nicht schlanker geworden – eher dicker und kränker.
Graue Theorie
Die Theorie war doch logisch: Kohlenhydrate haben vier Kilokalorien pro Gramm und Fett hat neun Kilokalorien pro Gramm. Zudem wurde jahrelang behauptet, dass tierische Fette krank machen würden – das konnte mittlerweile auch widerlegt werden. Die einzigen Fette, die krank machen können, sind die sogenannten gehärteten Pflanzenfette. Seit mindestens zehn Jahren werden die Kohlenhydrate als Krank- und Dickmacher angeklagt. Immer mehr Wissenschaftler bestätigen dies. Bis auf die Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Sie empfehlen weiterhin – auch den Diabetikern – viele Kohlenhydrate zu essen und Fett sowie Eiweiß zu meiden. Wer als Studiobesitzer für Präventionsmaßnahmen im Bereich Ernährung gemäß § 20 SGB Leistungen erhalten möchte, muss diese Richtlinien unterrichten. Heißen Krankenkassen Krankenkassen, weil sie die Menschen krank machen? Es spricht nämlich viel dafür, dass eine zu hohe Zufuhr an Kohlenhydraten, vor allem solcher, die schnell den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, krank machen und damit Diabetes und das metabolische Syndrom fördern. Wissenschaftler unterscheiden in Glykämischer Index und Glykämische Ladung.
Warum ist es besser, weniger Kohlenhydrate zu essen?
Die einfachste Begründung ist, weil der Mensch keine Kohlenhydrate benötigt! Sie werden kein seriöses Ernährungsbuch finden, in dem steht, dass Kohlenhydrate lebensnotwendig sind. Der Mensch kann bei Kohlenhydratmangel Fett verbrennen und aus den entstehenden Ketonkörpern Energie produzieren. Der Körper besteht ja auch nur zu einem geringen Anteil aus Kohlenhydraten.
Was macht die Kohlenhydrate so „gefährlich“?
Bei jeder Kohlenhydratzufuhr schüttet der Körper das Hormon Insulin aus, welches ein Türöffner für die Zellen ist. Es schleust Kohlenhydrate, aber auch Fett und Aminosäuren in die Zelle. Werden über einen langen Zeitraum viele, vor allem schnelle Kohlenhydrate zugeführt, wird sehr viel Insulin ausgeschüttet. Die Zellen werden überflutet und reagieren dann nicht mehr auf das Insulin – sie werden resistent. Die Folge ist, dass der Zucker (Kohlenhydrate) im Blut bleibt und damit den Blutzuckerspiegel erhöht. Es entsteht Diabetes 2 mit allen seinen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Gefäßablagerungen, hoher Blutdruck usw. Meistens kommt auch noch Übergewicht, ständige Müdigkeit und Heißhunger dazu.
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| Andreas Scholz, Ernährungs-wissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter der Gesellschaft für Ernährungsforschung e. V. |
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Die Lösung?
Ganz einfach: Kraftsport! Ja richtig gelesen. Old fashioned-Training mit Hanteln und etwas Herz-Kreislauf-Training – die Zellen werden geöffnet und der überschüssige Zucker verbrannt. Zudem stärkt Kraftsport die Knochen und entlastet den Rücken – die weiteren Effekte wie verbesserte Mobilität, Kraft im Alltag und Lebensfreude sollten auch nicht unterschätzt werden. In Kombination mit der oben aufgeführten Ernährung ist es ganz einfach und jeder kann gesund und stark bleiben. Doch leider ist den meisten Menschen ihr Auto oder Computer mehr wert als die Gesundheit. Fragen Sie Ihre Mitglieder doch mal, ob es mehr Menschen gibt, die sich mehr für Autos als für den eigenen Körper interessieren? Das Auto hat einen Wert, da ist es kein Problem, vollsynthetisches Motorenöl zu verkaufen. Aber Fitness, das beste Produkt der Welt, da gibt es nur wenige, die spontan sagen: Dafür gebe ich mein Geld aus.
Fazit
Der körperlich gering aktive Mensch benötigt nur wenige Kohlenhydrate. Ganz auf Kohlenhydrate zu verzichten ist jedoch nicht notwendig und auch nicht praxistauglich – essen Sie ihre Kohlenhydrate morgens und reduzieren diese im Laufe des Tages. Ab 16 Uhr sollten Sie die Zufuhr von Kohlenhydraten stark reduzieren. Eine Zusammenfassung über gesunde Figurernährung finden Sie im Ratgeber „Eiweiß macht schön“ im GfE-Shop.
Ausnahme Leistungssportler
Leistungsorientierte Sportler sollten nach dem Training 0,5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht zuführen. Personen bis ca. 40 Jahre multiplizieren die Menge des Eiweißes mit 3,5 und erhalten dann ihre Kohlenhydratzufuhr (KH) nach dem Training. Personen über 40 Jahre multiplizieren die Eiweißmenge mit 1,5, um ihre KH-Zufuhr zu berechnen. Beispiel: Mann, 25 Jahre, 80 kg: 80 x 0,5 = 40 g Eiweiß x 3,5 = 140 g KH. Mann, 52 Jahre, 75 kg: 37,5 g Eiweiß x 1,5 = gerundet 60 g KH.

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